Booten
Booten bezeichnet den Prozess, bei dem ein Computer, ein Server, ein Smartphone oder ein anderes elektronisches Gerät nach dem Einschalten oder einem Neustart das Betriebssystem lädt und die gesamte Systemumgebung initialisiert. Der Ablauf beginnt mit dem Power‑On‑Self‑Test (POST), bei dem das BIOS bzw. das UEFI die grundlegende Hardware (CPU, Arbeitsspeicher, Laufwerke, Peripheriegeräte) prüft und Fehlermeldungen ausgibt. Anschließend sucht das Firmware‑Modul in der konfigurierten Bootreihenfolge nach einem bootfähigen Medium (Festplatte, SSD, USB‑Stick, Netzwerk‑Boot‑Server). Sobald ein gültiger Bootloader gefunden ist, wird dieser in den Arbeitsspeicher geladen und übernimmt die Kontrolle. Der Bootloader (z. B. GRUB, Windows Boot Manager, systemd‑boot) lädt die Kernel‑Datei des Betriebssystems, initialisiert weitere Systemkomponenten, bindet Treiber ein und startet schließlich den ersten Benutzermodus‑Prozess (Init/Systemd). Von dort aus werden weitere Systemdienste, Hintergrundprozesse und die grafische Benutzeroberfläche gestartet, bis das System betriebsbereit ist und der Nutzer interagieren kann. Bei modernen Systemen kann das Booten parallelisiert ablaufen, indem mehrere Geräte gleichzeitig initialisiert werden, und es können zusätzliche Schritte wie Secure Boot, Gerätetreiber‑Signaturprüfung oder Netzwerk‑Boot (PXE) integriert sein.
